Was ist HIV
HIV ist eine virale Infektion, die in erster Linie über Blut- und Sexualkontakte übertragen wird. Die Infektion mit diesem Virus ist nicht heilbar. In der Therapie wurden aber deutliche Fortschritte erzielt; die Erkrankung hat sich nun von einer tödlichen zu einer chronischen Erkrankung gewandelt, die - sofern die Diagnose früh gestellt wird - die Lebensdauer der betroffenen Person nicht beeinträchtigt.
Dennoch bleibt die HIV-Infektion eine Erkrankung, die eine engmaschige spezialisierte Betreuung erfordert und dem betroffenen Menschen ein hohes Maß an Disziplin bezüglich der Medikamenteneinnahme abverlangt.
HIV ist ein Retrovirus. Retroviren haben eine andere Erbsubstanz als menschliche Zellen. Die Erbsubstanz der Retroviren heißt RNA. Die menschliche Erbsubstanz heißt DNA. Um sich mit Hilfe der menschlichen Zellen vermehren zu können, müssen die Viren mit Hilfe eines Enzyms, der Reversen Transkriptase ihre Erbsubstanz umschreiben. HIV befällt vor allem eine Untergruppe der Lymphozyten, die zum körpereigenen Abwehrsystem gehören und CD4-Lymphozyten oder Helferzellen genannt werden. Sie sind für ein funktionierendes Immunsystem unerlässlich. Jeden Tag entstehen im Organismus eines HIV-infizierten Menschen Millionen neuer Viren und genauso viele Viren werden vom Abwehrsystem vernichtet. Bei der Bekämpfung der Viren werden die Helferzellen zerstört. Zwar kann der Untergang dieser Zellen vom Immunsystem über viele Jahre durch eine entsprechende Neuproduktion ausgeglichen werden, irgendwann kommt es aber zu einer Abnahme der Helferzellen, wodurch das körpereigene Abwehrsystem geschwächt wird. Der Körper ist dann nicht mehr in der Lage, sich gegen andere Infektionen zu wehren, es können in der Folge lebensbedrohliche Erkrankungen auftreten.

