STD

Unter STD (STI; umgangssprachlich oft STD) versteht man Infektionen, die durch überwiegend durch Sexualkontakte übertragen werden.


Wenn diese auftreten, sollten sie möglichst frühzeitig erkannt und behandelt werden. Dabei steht zunächst die betroffene Person im Mittelpunkt, die eine entsprechende Therapie erhalten sollte.
Einige STDs können für die Erkrankten schwerwiegende Folgen haben und beispielsweise Unfruchtbarkeit, Tumorerkrankungen oder sogar den Tod verursachen. Problematisch ist zudem, dass viele Betroffene gar nicht wissen oder bemerken, dass sie infiziert sind, die genannten Risiken jedoch trotzdem bestehen.

Zusätzlich betrifft das Thema immer auch die Sexualpartner der Erkrankten, die sich ebenfalls anstecken können oder möglicherweise schon infiziert sind.

Während der letzten Jahre haben STD sowohl weltweit als auch in Deutschland deutlich zugenommen.

 

Einige Fakten dazu:

 

Sexuell übertragbare Infektionen bleiben in Deutschland ein relevantes Public-Health-Problem. Besonders deutlich ist die Entwicklung bei HIV: Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) lebten Ende 2024 rund 97.700 Menschen mit HIV in Deutschland, davon etwa 8.200 mit unerkannter Infektion. Für 2024 werden etwa 2.300 HIV-Neuinfektionen geschätzt, rund 200 mehr als 2023.

Die Verteilung der Neuinfektionen zeigt klare Unterschiede nach Übertragungsweg. Etwa 1.300 der HIV-Neuinfektionen 2024 entfielen auf Männer, die Sex mit Männern haben, ungefähr 590 auf heterosexuelle Kontakte und etwa 400 auf injizierenden Drogengebrauch. Bei Menschen, die Drogen injizieren, steigt die geschätzte Zahl der Neuinfektionen laut RKI seit 2010 langsam, aber kontinuierlich an.

Auch bei der Versorgung gibt es wichtige Kennzahlen. Laut RKI erhalten etwa 98% der Menschen mit diagnostizierter HIV-Infektion eine antiretrovirale Therapie, und bei rund 96% davon ist die Behandlung erfolgreich, sodass HIV sexuell nicht mehr übertragbar ist. Gleichzeitig werden weiterhin viele Infektionen spät erkannt: 2024 wurden etwa 32% der HIV-Erstdiagnosen erst mit einem fortgeschrittenen Immundefekt gestellt.

Für andere STI ist die Entwicklung ebenfalls eher ansteigend als rückläufig. Bei Syphilis berichten aktuelle Auswertungen von einem deutlichen langfristigen Zuwachs in Deutschland, 2024 ca. 9500 gemeldete Fälle.

Gonorrhoe-Fälle (Tripper)  in Europa haben über die Jahre deutlich zugenommen (2013-2023 plus ca. 290%), hier bereitet insbesondere die zunehmende Zahl von Resistenzen Sorge, da eine Heilung schwieriger wird.

Chlamydien (die häufigste bakterielle STI) ist insbesondere unter jungen Frauen verbreitet und kann zu Unfruchtbarkeit führen. Die Erkrankung ist häufig symptomlos. Man schätzt, dass sich jedes Jahr rund 300.000 Menschen mit Chlamydien infizieren.

HPV (humanes Papillomavirus) ist ebenfalls sehr häufig, in vielen Fällen symptomlos. Ca. 6 Millionen HPV-Infektionen /Jahr gibt es in Deutschland, die meisten heilen aus. HPV kann aber in einzelnen Fällen die Krebsentstehung begünstigen (ca. 10.000 Fälle/Jahr in Deutschland) , deshalb sollten alle jungen Frauen und Männer unbedingt gegen HPV geimpft sein.

Aktuelle Übersichten beschreiben eine wachsende Verbreitung sexuell übertragbarer Infektionen insgesamt, besonders in bestimmten Alters- und Risikogruppen. Als Ursachen werden unter anderem verändertes Sexualverhalten, unregelmäßige Nutzung von Kondomen sowie verbesserte Diagnostik und mehr Testungen genannt.

Wenn man die letzten Jahre zusammenfasst, ergibt sich für Deutschland kein Bild eines allgemeinen Rückgangs, sondern eher eines anhaltenden oder wieder zunehmenden Trends bei mehreren STI.

HIV zeigt dabei trotz sehr guter Therapiesituation weiterhin neue Infektionen und eine relevante Zahl unerkannter Fälle, weshalb Prävention, Testangebote und frühzeitige Behandlung zentral bleiben

Weitere Informationen zu STDs finden Sie:

in unserem STD-Faltblatt